Nxai Pan Nationalpark
Weite Salzpfannen und einsame Baobabs
Der Nxai-Pan-Nationalpark liegt im Nordosten Botswanas am nördlichen Rand der großen Makgadikgadi-Pans. Er gehört zum Makgadikgadi-Salzpfannen-System und ist geprägt von flachen Graslandschaften, weitläufigen Salzpfannen und markanten Bauminseln mit Schirmakazien und Baobabs. Zur Regenzeit wird diese Landschaft zu einem Magneten für riesige Tierherden und bildet einen faszinierenden Kontrast zu den Feuchtgebieten des Okavango-Deltas.
Der Nationalpark liegt nördlich der Maun–Nata-Straße und grenzt im Süden direkt an den Makgadikgadi-Pans-Nationalpark. So entsteht ein großes, zusammenhängendes Wildreservat im Herzen des südlichen Afrikas, das zu den stilleren und weniger besuchten Regionen Botswanas gehört.
Lage, Landschaft und Geologie
Der Nxai-Pan-Nationalpark liegt in einer ehemaligen Seelandschaft: Einst bedeckte ein großer, flacher See das Gebiet der heutigen Makgadikgadi-Pans. Als dieser See austrocknete, blieben weite Salzpfannen zurück, darunter die namensgebende Nxai Pan im Zentrum des Parks, die südlich gelegene Kudiakam Pan und die weiter nordöstlich gelegene Kgama Pan. Diese Pfannen sind fossile Seebecken mit harter, oft glitzernder Salzkruste.
Rund um die Pfannen dominieren offene Graslandschaften und niedrige Buschvegetation. In der Regenzeit wachsen saftige Gräser, die große Tierherden anziehen. In der Trockenzeit präsentiert sich die Ebene karg und staubig mit einzelnen Baumgruppen, vor allem Schirmakazien und Affenbrotbäumen. Die Landschaft wirkt dann fast surreal, besonders dort, wo die Salzpfannen scheinbar nahtlos in den Horizont übergehen.
Der Nationalpark liegt am Rand der Kalahari. Während die Landschaft in der Trockenzeit mit ihren Sandböden und Dünenzügen an die Central Kalahari erinnert, wirkt sie nach starken Regenfällen in Teilen fast wie eine afrikanische Grassteppe.
Baines Baobabs und historische Entdecker
Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten im Nxai-Pan-Nationalpark ist die Baumgruppe der Baines-Baobabs an der Kudiakam-Pan. Mehrere uralte Affenbrotbäume stehen hier dicht beieinander auf einer niedrigen Insel am Rande der Salzpfanne und überblicken die weite, helle Fläche.
Der Ort wurde durch den Maler und Entdecker Thomas Baines bekannt, der die eindrucksvolle Baumgruppe 1862 während einer Expedition im südlichen Afrika malte und damit in Europa berühmt machte. Heute ist Baines’ Baobabs – wie die Baumgruppe oft auch genannt wird – ein klassisches Ausflugsziel im Park und einer der ikonischen Aussichtspunkte auf die Makgadikgadi-Salzpfannen.
Neben Kudiakam Pan und Kgama Pan gibt es weitere kleinere Pfannen und Bauminseln, beispielsweise bei der Kgama Pan oder rund um einzelne Wasserlöcher. Zusammen ergeben sie ein abwechslungsreiches Mosaik aus Salzpfannen, Graslandschaften und Baumgruppen, das auf relativ kurzer Distanz sehr unterschiedliche Eindrücke bietet.
Tierwelt im Nxai Pan Nationalpark, Botswana
Die Tierwelt des Parks ist stark von den Jahreszeiten und den Regenfällen abhängig. Der Nxai-Pan-Nationalpark liegt auf einer wichtigen Wanderroute großer Tierherden zwischen dem Okavango-Delta, dem Chobe-Gebiet, dem Hwange-Nationalpark in Simbabwe und den grasreichen Zonen im Makgadikgadi-Nationalpark.
Zur Regenzeit, die etwa von Dezember bis März dauert, verwandeln sich Nxai Pan, Kudiakam Pan und weitere Pfannen in grüne Weiden. Dann ziehen Herden von Zebras, Gnus und Springböcken durch das Gebiet, dazu kommen Impalas und andere Antilopenarten. Mit den Tierherden erscheinen auch zahlreiche Raubtiere: Löwen, Geparde, Schabrackenschakale, Hyänen und gelegentlich auch Wildhunde nutzen das reichhaltige Beuteangebot.
Elefanten, Giraffen und verschiedene Antilopen lassen sich ganzjährig beobachten, an den Wasserlöchern auch Oryx-Antilopen und andere Wüstenbewohner. In der Trockenzeit konzentrieren sich die Tiere um die wenigen Wasserlöcher, was gute Bedingungen für die Tierbeobachtung schafft, auch wenn die großen Tierherden dann oft weiter südlich im Makgadikgadi-Pans-Nationalpark unterwegs sind.
Auch kleinere Arten tragen zum typischen Bild des Parks bei. Dazu gehören Springhasen, Löffelhunde, Bat-Eared Foxes, verschiedene Marderartige sowie zahlreiche Vögel, darunter Strauße, Trappen und Greifvögel.
Aktivitäten und Safari-Erlebnisse
Im Nxai-Pan-Nationalpark stehen klassische Safari-Aktivitäten im Vordergrund: Pirschfahrten im offenen Geländewagen, Beobachtungen an Wasserlöchern und Ausflüge zu besonderen Landschaftspunkten wie den Baines Baobabs.
Besonders eindrucksvoll sind die Tierbeobachtungen an den künstlichen und natürlichen Wasserlöchern im zentralen Bereich des Parks. In der Trockenzeit kommen hier Elefanten, Zebras, Gnus, Springböcke und andere Antilopen regelmäßig zum Trinken, häufig gefolgt von Raubtieren. In der Regenzeit bieten die weiten Graslandschaften mit ihren Tierherden ein sehr offenes und fotogenes Setting.
In einigen Camps besteht zudem die Möglichkeit zu geführten Wanderungen oder Kulturaktivitäten mit San-Spurenlesern, die Einblicke in die traditionelle Lebensweise und Fähigkeiten im Busch vermitteln. Solche Angebote variieren je nach Unterkunft und Saison.
Anreise und befahrbare Routen
Der Nxai-Pan-Nationalpark liegt nördlich der Asphaltstraße zwischen Maun und Nata. Die Abzweigung zum Parkeingang befindet sich etwa 130 Kilometer östlich von Maun beziehungsweise rund 65 Kilometer westlich von Gweta. Von dort aus führt eine sandige Piste über 35 bis 40 Kilometer bis zum South Camp und in die Nähe der Nxai-Salzpfanne.
Die Pisten im Park sind nicht befestigt und überwiegend nur für geländegängige 4x4-Fahrzeuge empfehlenswert. Nach starken Regenfällen können einzelne Abschnitte schwer befahrbar sein oder vorübergehend gesperrt werden. Zur Trockenzeit sind die Sandpisten in der Regel gut befahrbar, erfordern jedoch ausreichend Erfahrung im Fahren auf tiefem Sand. Versorgungsmöglichkeiten gibt es im Nationalpark nicht. Tanken, Einkaufen und das Auffüllen von Vorräten erfolgen meist in Maun oder Nata. Die nächste Tankstelle zur Parkzufahrt befindet sich im Ort Gweta. Eine sorgfältige Planung von Treibstoff, Wasser und Lebensmitteln ist für Selbstfahrer unerlässlich.
Unterkünfte, Camps und Campingplätze im Nxai Pan Nationalpark
Im gesamten Nationalpark gibt es nur wenige Unterkünfte. Die wichtigste feste Unterkunft ist das Nxai Pan Camp im zentralen Bereich der Nxai Pan. Es liegt direkt an einem viel frequentierten Wasserloch. Das Camp liegt erhöht und bietet einen Blick über die weiten Grasflächen. Es ermöglicht ein klassisches Wüstenerlebnis im Kontrast zu den wasserreichen Regionen des Okavango.
Daneben gibt es einfache, nicht eingezäunte Campingplätze im Bereich des South Camps sowie bei den Baines Baobabs. Diese Campingplätze verfügen in der Regel nur über sehr einfache sanitäre Einrichtungen und setzen vollständige Selbstversorgung voraus. Aufgrund der geringen Zahl an Stellplätzen ist es selbst in der Hauptsaison selten überlaufen.
Außerhalb des Parks wird Nxai Pan häufig mit Lodges und Camps im Makgadikgadi-Pans-Nationalpark oder entlang der Strecke Maun–Nata kombiniert. So lassen sich unterschiedliche Landschaften – Salzpfanne, Flussufer und Buschland – innerhalb einer Rundreise durch Botswana erleben.
Klima und beste Reisezeit für einen Besuch des Nxai Pan Nationalparks
Der Nxai-Pan-Nationalpark ist ganzjährig zugänglich, doch das Erlebnis verändert sich deutlich mit den Jahreszeiten. Grundsätzlich wird zwischen Trockenzeit und Regenzeit unterschieden. Die beste Reisezeit hängt von den eigenen Prioritäten ab:
Von etwa Dezember bis März bringen die Regenfälle frisches Grün in die Pfannen. Dann sind die großen Tierherden mit Zebras, Gnus und Antilopen im Park unterwegs und die Raubtiere profitieren vom reichen Nahrungsangebot. Straßen können während oder nach starken Regenfällen jedoch schwierig befahrbar sein. In der Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober wird es in den Nächten kühler und der Schwerpunkt der Tierbeobachtung liegt an den Wasserlöchern. Die Vegetation ist niedriger, was die Sicht verbessert, und die Pisten sind meist gut befahrbar.
Wer mehrere Regionen Botswanas kombiniert, beispielsweise das Okavango-Delta, den Chobe-Nationalpark und die Makgadikgadi-Pans, kann das Wüstenerlebnis von Nxai Pan ideal mit wasserreichen Gebieten und Flusslandschaften verbinden. So ergibt sich eine abwechslungsreiche Reise, bei der sich die ruhige Weite der Salzpfannen mit intensiven Tierbeobachtungen in anderen Regionen ergänzt.
Malaria und medizinische Vorsorge
Besucher sollten bedenken, dass besonders in der Regenzeit Malaria-Risiko besteht und auf ausreichende Prophylaxe achten. Ansonsten gelten die gleichen Impf-Empfehlungen wie für den Rest Botswanas: Neben den Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts wird eine Impfung gegen Hepatitis A, bei längerem Aufenthalt auch gegen Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Krankheit und Tollwut empfohlen.
Tierwelt im Nxai Pan Nationalpark
Der Nxai Pan Nationalpark beheimatet eine Vielzahl von Tieren: Zebras, Giraffen, Antilopen und Gnuherden ernähren sich vom nahrhaften Gras der Savanne und finden Schatten in den Inseln aus Waldland. Impalas und Springböcke leben hier im gleichen Lebensraum – eine Seltenheit in Afrika. Wo Pflanzenfresser grasen, sind auch Raubtiere nicht weit. Löwen lauern im Dickicht, während ihre Beute am Wasserloch trinkt, und Geparden finden in der flachen Savanne ideale Jagdreviere. Sowohl Schabrackenhyänen als auch die braunen Hyänen bevölkern den Park. Keine Angst vor Fressfeinden müssen die weißen Nashörner haben, die vor einigen Jahren in Nxai Pan angesiedelt wurden.
Schakale und die afrikanischen Großohrfüchse machen Jagd auf Nagetiere, während eine vielfältige Vogelwelt im Dickicht Schutz findet. Zu den markantesten gefiederten Bewohnern gehört die Namatrappe: Die großen braunen Vögel schrecken mit Geschrei auf, wenn Besucher sich mit dem Geländewagen nähern. Auch Strauße leben permanent in den schattigen Mopane-Wäldern.
Neben den Dauergästen wie Elen- und Oryx-, und Kuhantilopen ziehen viele Tiere während der Regenzeit von den trockenen Regionen in den Nxai Pan Nationalpark, um ihre Jungen zu gebären. Dann durchstreifen Herden von Zebras, Springböcken, Gnus und Elefanten die nun grüne Savanne – eine der größten Tierwanderungen im südlichen Afrika. Durch starke Regenfälle werden die Salzpfannen überschwemmt und verwandeln sich in ein Paradies für Wasservögel wie rosa Flamingos. Gleichzeitig lassen sich Herden von bis zu 30 Giraffen die saftigen Blätter der Akazien schmecken.
